Hervorgehoben

Reisetagebuch Botswana

Reisetagebuch

…..im Oktober/November 2017.

Ina und ich sind gemeinsam mit Bärbel und Achim Müller auf einem vierwöchigen Rundkurs durch Namibia und Botswana

Die Beiträge sind chronologisch absteigend geordnet….. Wer also chronologisch aufsteigend lesen möchte, muss bitte ganz unten beginnen. Dabei bitte aufpassen, dass Ihr nicht aus Versehen den Blog von 2013 (Namibia) lest ….ich komme einfach mit dieser blöden Menüstruktur nicht klar….zu alt halt 🙂

Inzwischen habe ich aber die Texte in einer PDF chronologisch geordnet

BotsBilder_kl.jpg

….. und die erste grobe Fotoauswahl online gestellt

Fotos und Texte unterliegen dem Urheberrecht. Bei Interesse bitte anfragen: bernie@bernieswelt.de

 

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Botsuana…..Bilder Bilder Bilder Bilder

So…..es ist der erste Januar 2018 und ich habe eine erste Auswahl der Botsuana-Bilder fertiggestellt. Die meisten Bilder sind von mir selbst gemacht. Nicht wenige stammen aber auch von Bärbel, Ina oder Achim.

Es sind erst mal viel zu viele Bilder geworden….muss sich ja aber auch niemand alle anschauen 🙂

Und hier sind sie: https://1drv.ms/f/s!AtXp65LkejWlip4tmK5uYKlIq-N_yg

Wenn Ihr die Bilder für irgendetwas verwenden wollt, fragt mich bitte…..einfach runterladen und irgendwie verwenden geht nicht!

Euch allen ein friedliches 2018 mit tollen Erlebnissen und vor allem viel Gesundheit!

JB

1124 Gut gelandet

Darüber gibt es wenig zu berichten – sind halt gut gelandet und sitzen nun auf dem Frankfurter Flughafenbahnhof, wo gleich unser Zug in Richtung Dresden abfährt.

Ich werde mich ein letztes Mal zu diesem Blog melden, wenn die Bilder sortiert und hochgeladen sind.

Schön war´s

 

JB

 

PS. Jetzt stehen wir bereits zwei Stunden auf offener Strecke, weil die Strecke nach Leipzig irgendwie „wegen Vandalismus“ gesperrt ist …. hinter mir redet eine seit dreissig Minuten wie die Frau aus „Ekel Alfred“ in ihr Telefon und sinniert mit ihrem Gegenüber auf dem Dresdner Hauptbahnhof in einem Endlosmonolog darüber, dass es keinen Sinn macht, wenn die Freunde weiter auf dem Bahnhof warten …… die mussten jetzt aber dreissig weitere Minuten auf dem Bahnhof stehen und sich das Telefonat von Tante Alfred anhören …… und ich auch

1123 Der letzte Tag in Afrika

Heute früh nach dem Frühstück erst mal unser Gepäck bei Müllers untergestellt. Unser Bungalow wird heute schon wieder benötigt. So verbringen wir die letzten Stunden im Viermannzimmer 🙂 …. ist aber eh Wurscht.

Zunächst die schwer erkämpfte Wanderung ……es tut sehr gut, sich mal wieder aus eigener Kraft fortzubewegenund nicht nur aus dem zweiten in den dritten Gang zu schalten.

Wir sehen ein paar Antilopen  – große und kleine …. die Tiere sind verunsichert, weil wir zu Fuß kommen und fliehen sehr schnell. Sie sind den Anblick von Autos gewohnt aber nicht den von Menschen.

Anschließend am Pool herumlungern und den quietschgelben Webervögeln zuschauen – das sind hier andere als am Chobe. Dort war es so, dass die Männer Nester Bauen (das sind kunstvolle Kullern, die an den wippenden Ästen hängen) und warten dann auf die Frauen. Wenn sich keine für das Nest interessiert, zerstört das Männchen das Nest wieder. Anders hier: das Männchen baut. Das Frauchen kommt und begutachtet das Werk. Wenn es gefällt, zieht sie ein. Wenn nicht beginnt ein Gekreisch und sie zerstört das Nest.

Die hier scheinen insgesamt schon etwas weiter zu sein – es ist reger Betrieb an den Kugeln, die übrigens zum Schutz vor den Baumschlangen zwei Ein-/Ausgänge haben ….. genau so wie es in der VStäVo vorgeschrieben ist. Sehr vorbildlich!

Der Rest ist heute (eigene) Trägheit. Auch mal schön.

Bilder: https://1drv.ms/f/s!AtXp65LkejWlio9BCNqqKVemRty3LA

 

1122 Windhoek

Heute ist es sehr linear: 300 km Asphalt bis Windhoek. Kurzer Stopp unbterwegs an einem Schnitzmarkt, den wir schon vom letzten Mal kennen. Leider gibt es nur Schrott & Tünneff. Die Händler sind superaufdringlich ich halte Sie mir mit der Wahrheit vom Hals: Ich suche einen kleinen Oryx aus dunklem (Eisen-) Holz. Bei den ersten lasse ich mich noch überreden, trotzdem reinzuschauen, bin aber schnell genervt und gebe auf.

Die Strecke ist landschaftlich recht hübsch – etwas bergiger als das komplett platte Land im Osten. Manche Berge/Hügel sehen aus wie mit Bedacht hingekugelte Kunstwerke aus geschichteten Murmeln.

Je weiter wir uns Windhoek nähern und je breiter die Strasse wird, um so abenteuerlicher wird der Fahrstil der Einheimischen – Rasen, Drängeln, Hupen ….. ist gerade nicht meine Lieblingssituation nach drei Wochen ziemlicher Abgeschiedenheit und Ruhe. Wir wissen vom letzten Mal, dass es keine gute Idee ist, Windhoek zur Rushour von Nord nach Süd zu durchqueren und nehmen die wirklich sehr bequeme Westumfahrung.

Auto noch mal richtig volltanken, abgeben. Den kaputten Kühlschrank und die anderen diversen Unannehmlichkeiten (Kompressor usw.) erstattet man uns ohne Murren und großzügig. Bei Asco sehen wir neue Dachzelte, die „Stealth“ heißen und längs fest auf das Dach montiert sind. Die haben ein festes Dach und einen ähnlichen Klappmechanismus wie unser Viano (oder auch wie die VW-Campingbusse) ….. muss ich mir merken!

13:45 ist alles erledigt und ein Pickup holt uns ab zur letzten Lodge, wo wir eine Stunde später ankommen.

Alles extrem schick und mit vorangetragegem Ökobewußtsein. Vieles ist aber aus der Abteilung: Design verhindert Funktion: Auf archaisch gemacht Klotüren, die nicht geschlossen bleiben, Glaswaschbecken, die ihr Abwasser in eine Steinschräge ergießen, die aber entsprechend eklig aussieht, eine in den Fußboden eingelassene Betonvertiefung – multifunktional als Badewanne und Duschbecken nutzbar aber leider den Abfluss leicht erhöht eingebaut, Rasierspiegel, die einem ständig vor dem Gesicht herumbaumeln, weil sie zwar ein Teleskopgelenk haben, aber an eine schräge Wand geschraubt sind….unb besonders schön: um das Bett herum ein attraktiver sieben Zentimeter Holzsockel, an dem man sich bei jeder Annäherung an das Bett die Zehen blau schlägt. Mich macht es wahnsinnig – die anderen sagen ich wäre ein Meckersack. Barbarabärbel gefällt die Kante sogar. Sie ist ja doch etwas kleiner und muss dank dieser umlaufenden Kante nicht mit Anlauf auf das Bett springen, sondern kann sich ganz gepflegt auf die Bettkante setzen. Das hätte man allerding mit einem niedrigeren Bett auch erreicht. Anyway – das gibt es nicht nur in Afrika. Unterkünfte mit hohem Designanspruch sind gern mal unbewohnbar. Das haben Designer eben so an sich. Ich habe mal in Barcelona in einem Hotel drei Tage lang versucht, herauszubekommen, wei man Wasser in die (freistehende) Badewanne bekommt. Der designanspruch war halt, man möge nicht erkennen, wie das Wasser in die Wanne kommt. Sehr hübsch – nur wenn man einen Gast mit diesem Problem allein lässt. Damals, als ich das Rätsel gelöst hatte (es war wirklich ein cleverer Mechanismus) stellte sich allerdings heraus, dass mir das frisch erworbene Herrschaftswissen nichts nützt, weil es nämlich keinen Stöpsel für die Badewanne gab – auch an der Rezeption nicht – Designer erinnern mich da immer auch an die mir besser bekannte Berufsgruppe der Bühnenbildner („….und dann brauche ich im Freien eine 20m hohe, 40m breite freistehende Wand, die sich um sich selbt drehen kann“)

Wir werden morgen bis Abends in der Lodge bleiben – um 6:00 pm soll uns der Shuttle zum Airpot fahren. Wir benötigen also noich etwas Zerstreuung und fragen nach Aktivitäten. Das Mädchen überreicht uns strahlend eine Mappe voller Aktivitäten, die allerdings entweder zu Zeiten stattfinden, wo wir morgen noch nicht aufgestanden sein wollen oder bereits abgefahren sind. Wir fragen, ob es vielleicht eine geführte Wanderung am Vormittag geben könnte. Man empfielt uns als Gegenvorschlag die „Feeding Tour“. Man hat wohl Löwen, Caracale, Cheetahs und Wildhunde in separaten Gehegen (alle mehr als 2….3 ha groß) und füttert die Tiere täglich. Darauf haben wir aber gar keine Lust – das kann man mit Glück auch im Dresdner Zoo haben. Hinzu kommt die ziemlich alberne Anordnung, man dürfe nur Bilder von den Tieren machen, aber müsse darauf achten, keine Bilder zu machen, wo gleichzeitig Menschen mit drauf sind. „Dies führt zum sofortigen Abbruch der Tour“ ….. da hat wohl eine „Ökofarm“ Angst um ihr Image?

Nach langem Gezerre willigt man ein, uns einen Guide für eine ungefähr zweistündige Wanderung zu geben (allein Wandern aus „Gründen“ verboten)…..da wird das also morgen ein ruhiger Tag

https://1drv.ms/f/s!AtXp65LkejWlio85X8vboi6cksw4iA

 

BILDER BILDER BILDER

Ich habe durch das dünne Internet hindurch jetzt tatsächlich einige Bilder hochladen können. Die Namen der Ordner entsprechen der Nummer des Blogeintrags (und damit dem Datum). Das ist keineswegs ein „Best off“ sondern recht wahllos ausgesucht. Man kann sich auf dem iPad immer nur entscheiden, ein Bild in groß anzusehen aber nicht gleichzeitig entscheiden, es hochzuladen….. dashalb sieht man sie bei der Entscheidung zum Hochladen immer nur als Thumbnail.

Ich werde nach meiner Rückkehr die Bilder ganz sicher noch mal überarbeiten. Es sei auch hinzugefügt, dass die Bilder von den Victoriafalls nicht alle von mir stammen – die habe ich dem Heli-Piloten abgekaubelt…. haben aber auch selbst ganz hübsche gemacht.

Auch habe ich momentan noch keine Bilder von Barbarabärbel, die meistens auch ziemlich gut sind.

….aber um erst mal einen Eindruck zu bekommen – dafür sollte es reichen:

https://1drv.ms/f/s!AtXp65LkejWliooLjVFpWP_SOAiS8Q

 

1121 CHEETAH II Rückblick 2

Die Tage hier nähern sich dem Ende. Heute ist noch mal ein „Nichtreisetag“ – der letzte. Morgen geht es über Windhoek in die letzte Lodge (Naankuse), von der aus wir dann am Donnerstag zum Flieger gebracht werden.

Die Gefühle sind zwiespältig: Sonne tut gut, Sand zwischen den Zähnen nicht so. Offroadfahren im Matsch macht Spass, fehlende Bewegung nervt auch mit der Zeit. Schönes Land, in dem man gern auch länger bleiben kann. Es ist sicherlich nicht nur der Zufall der deutschen Kolonialgeschichte, dass es immer noch so viele Deutsche hierher zieht. Wer schon immer J.F.Cooper gern gelesen hat und sich mit seinem Südwester im Nacken prächtig unabhängig vorkommt, der ist hier auch für länger gut aufgehoben. Andererseits braucht es auch Heimat. Und da will ich wieder hin. Und erst wieder weg, wenn ich lange genug dort war

Viel zu viel Geprätze mitgeschleppt. Achim hat gesagt, er hat mal seine und Bärbels (die hier unter dem Synonym Barbara reist, weil niemand Bärbel versteht) also jedenfalls hat er die Elektronik der Familie Müller gewogen: Telefone, iPad, eBookreader (wozu eigentlich?) Kamera 1, Kamera 2, Ladegeräte, Ersatzakkus, Netzadapter …. alles zusammen 17 kg, sagt Achim. Ich muss das im Nachgang auch bei uns checken und kann es im Moment gar nicht glauben. Wenn das bei Müllers stimmt, müssen das bei uns noch 5 kg mehr sein. Mindestens. Da wüsste ich allerdings nicht, was ich hätte zu Hause lassen sollen.

Ansonsten hatte ich eigentlich eiserne Packdisziplin. Trotzdem konstatiere ich ein Zuviel an Klamotten. Memo für das nächste Mal, es reichen:

5 Schlüpfer, 4 T-Shirt, 4 lange Hemden, zwei kurze Hemden, 2 x Kurze Hose, 2 x lange Hose, 1 x Pullover (den ich dieses Mal nicht brauchte, trotzdem), 1 leichte Regenjacke, 3 Paar Socken, 1 paar Wandersocken, 1 x Sandalen, 1 x Sportschuhe, 1 x leichte Wanderschuhe, 1 x Handtuch, Sonnenbrille, Aluwasserflasche mit Thermo, Thermobecher für Kaffee/Tee, Leatherman, Strick, Gaffa-Tape, Klopapier. – NICHT MEHR!

Tendenziell habe ich eigentlich immer dieselbe kurze Hose und Sandalen getragen, mit wechselnden Hemden. Allerdings muss man ergänzen, dass in den Lodges oder sonstwo fast immer die Möglichkeit besteht, Wäsche u waschen (bzw. Waschen zu lassen)

Und als Verpackung am Besten eine Ortliebtasche – also etwas absolut staub- und luftdichtes – im Idealfall mit Rollen und Tragegurten …. so wie Ortlieb RS90 oder RS110.

Unter den vielen Tieren, die wir hier beobachten konnte, waren keine Cheetahs (Geparden) ….. man weiß es: das schnellste Säugetier der Erde … über 100 km/h. Da können wir nicht mithalten und benötigen Nachhilfe. In der Nähe von Otjivarongo gibt es einen Cheetah Conservation Fund. Der hat sich der Rettung dieser Art verschrieben. Es gibt noch rund 10.000 Exemplare. Jedes Jahr wird eine große Anzahl von Farmern geschossen, weil die Angst um ihr Vieh haben. Die Stiftung nimmt mehrer Aufgaben wahr:

Einsammeln, heilen und auswildern kranker/angeschossener Cheetahs, Forschung zur Gefährdung des Zuchtviehbestandes duch Cheetahs, um zu belegen, dass die Nutztiere zumeist nicht Opfer von diesen Raubkatzen sind. Dazu werden z.B. Mit einem Spürhund Cheetahkot gesucht und dann untersucht, was die Katzen gefressen haben. Ausserdem werden Bewegungsprofile der Katzen erstellt.

Dazu kommt Aufklärungsarbeit – Besonders unter den ärmeren Bauern, die manchmal nur 10 Ziegen besitzen und im Fall einer Löwenattacke schnell mal über Nacht ihr gesamtes Habe einbüssen (Preis pro Ziege ungefähr 250,00 EUR). Man versucht mit Erfolg anatolische Hütehunde (Rasse habe ich nicht verstanden, aber die Tiere sind fürchterlich groß – haben sie gesehen) zu züchten und für wenig Geld (100,00 EUR) an die Bauern zu verteilen …… dort kommt aber das Problem: so ein Hund kostet schnell mal das zehnfache für Futter und Tierarzt….dazu müssten die Farmer also vorausschauen denken und kurzfristig auf 2….3 Ziegen verzichten, damit der Rest der Ziegen gefahrlos aufwachsen kann und häötten dann in wenigen Jahren mehr Ziegen, also sie sonst wahrscheinlich hätten. Das ist einem armen Farmer schwer zu erklären. Die reichen haben das schnell begriffen und sich solche Hunde zugelegt….das erhöht natürlich die Gefahr für die armen, dass ihr Vieh vom Löwen gefressen wird.

Einen Teil der Finanzen der Stiftung wird über Besuchergelder gesichert. Man zeigt Touristen wie uns einige (wenige) der derzeit fast vierzig Cheetahs. Die meisten werden menschenfern gehalten, damit sie gefahrlos wieder ausgewildert werden können. Die Touristencheetahs sind als Waisenkinder hier aufgenommen worden, weil ihre Mutter geschossen wurde. Das kommt auch recht häufig vor. Die insgesamt sechs Waisen (drei Jungen und drei Mädchen) sind inzwischen alle sehr erwachsen (über 10 Jahre). Sie werden auf riesigen eingezäunten Flächen abgesondert von allen anderen gehalten. Sie sind durch ihre Zahmheit und das Fehler der mütterlichen Ausbildung im Jagen nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen – bekommen sechsmal pro Woche zwei Kilogramm Fleisch.

Sie haben heute schon gefressen und schauen uns mit nur geringem Interesse an. Wir sitzen – sehr zu Barbarabärbels und Inas Beruhigun auf einem Safariwagen….. man kann aber wohl auch zu Fuss rein gehen.

So haben wir also nun auch Cheetah-Fotos und ich hoffe, meine Zahnärztin wird sich über die Bilder freuen.

Heute Abend machen wir noch eine Farmrundfahrt – Oryxe und Nashörner gucken 

 

Bilder: https://1drv.ms/f/s!AtXp65LkejWlio5ShJmu7a7GSQd_8Q